Viele Menschen sind mit Vitamin-D unterversorgt und riskieren somit Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Immunerkrankungen und sogar Krebs.

Mit einem 10- bis 20-minütigen Sonnenbad werden im Sommer ca. 10.000 IE bis 20.000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin-D erzeugt.
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Das Problem mit der Strahlung

In den Monaten Oktober bis März steht die Sonne einfach zu tief. Nördlich von Mallorca wird vom Körper selbst fast kein Vitamin-D mehr gebildet. Weitere Faktoren sind die ganzjährige, hohe Luftverschmutzung, die die Strahlung ebenfalls minimiert. Zudem arbeiten immer mehr Menschen geschützt in Büros, Kaufhäusern usw. Mit einem 10- bis 20-minütigen Sonnenbad werden im Sommer ca. 10.000 IE bis 20.000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin-D erzeugt. Längeres Sonnenbaden steigert die Vitamin-D Produktion aber nicht zusätzlich, da das Vitamin bei Überschreiten einer bestimmten Grenze schnell zu sogenannten Photoprodukten (freien Radikalen) umgewandelt und abgebaut wird.

Inzwischen weiß man, dass bösartiger Hautkrebs (Schwarzes Melanom) fast nur an geschützten Körperstellen auftritt. Man folgert daraus, dass Hautkrebs nicht durch die mittelwellige UV-B Strahlung, sondern durch die langwellige UV-A Strahlung entsteht, die die Kleidung bis auf die Haut durchdringt. UV-B Strahlung ist um 15 Uhr nur noch halb so stark, wie mittags gegen 12 Uhr. Dagegen halbiert sich die UV-A Strahlungsstärke erst gegen 18 Uhr abends. Wer sich also nach 15 Uhr sonnt und nicht von Beginn an eincremt, tut sich nichts Gutes. Die Vitamin-D Produktion findet dann fast nicht mehr statt, während die Hautkrebsgefahr weiterhin unverändert stark vorhanden ist.

Fakt ist, dass Menschen mit westlicher Kleidung im Durchschnitt lediglich 23 ng/ml Vitamin-D aufweisen. Mit traditioneller Kleidung, also Gesicht und Hände frei, kommt man nur noch auf ca. 14 ng/ml Vitamin-D. Und in islamischer Kleidung (gesamter Körper bedeckt) fällt der Vitamin-D Spiegel sogar oft unter dramatische 4 ng/ml.

Die absolute, kritische Untergrenze des Vitamin-D Blutspiegels liegt bei 30 ng/ml (75 mmol/l). Die Wissenschaftler raten zu Blutspiegeln zwischen 50 ng/ml bis 75 ng/ml.

Bisher zu niedrig dosiert

Eigentlich gehört der Vitamin D Spiegel zur jährlichen Routineuntersuchung dazu. Ist dieser zu niedrig, dann dauert es in der Regel, bei richtiger Therapie, lediglich ein paar Tage, bis der Speicher wieder aufgefüllt ist. Fakt ist aber, dass tägliche Vitamin-D Gaben, in Höhe 1.000 IE, lediglich Placebo-Charakter haben und so gut wie überhaupt nicht wirken. In der Vergangenheit haben diese Erfahrungswerte gefehlt.

Vitamin D in der Nahrung

Jedermann müsste täglich mehrere Kilogramm Shiitake-Pilze bzw. viel fettreichen Kaltwasserfisch wie Aal, kiloweise Lachs oder Hering verspeisen, um auf gute Vitamin-D Spiegel zu kommen. Auf Grund vieler Faktoren kommt man jedoch heute um die zusätzliche Einnahme des Vitamins einfach nicht herum.

Dosierung

Manche Therapeuten sträuben sich immer noch, ein Vitamin-D Defizit kurzfristig hochdosiert zu therapieren. Sie befürchten eventuelle negative Auswirkungen, in Verbindung mit Kalzium. Dass dies nicht zutrifft, belegt Prof. Stephan Pilz (Medizinische Universität Graz).

Schon Säuglinge erhalten ab der 5. Woche täglich ihre 500 IE Vitamin-D. Kinder, nach der Einschulung, 1.000 IE bis 2.000 IE Vitamin-D täglich. Schwangere sind gut beraten, wenn sie täglich, spätestens ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, 4.000 IE Vitamin-D einnehmen. Daraus resultieren ca. 25 Prozent weniger Infektionen und etwa 50 Prozent weniger vorzeitige Geburten.

Sind die Speicher wieder aufgefüllt, dann reichen täglich normalerweise 3.000 IE. Korpulente Menschen benötigen teilweise die doppelte Menge und mehr. Wirksamer als Tabletten ist die ölige Tropfenform. Dabei wird Vit-D idealerweise bereits im Mundraum über die Schleimhaut aufgenommen.

Direkt nach Sonneneinstrahlung oder Supplementierung liegt die Halbwertzeit von Vitamin-D in den Geweben bei etwa 24 Stunden, als Prohormon in der Leber bei ca. drei Wochen und in seiner aktiven Form, in den Nieren, bei lediglich zwei Stunden. Um die beste Wirkung zu erzielen, wird die tägliche Einnahme empfohlen.

Horst Boss, Deutscher Naturheilbund unter https://www.naturheilbund.de/