Der 14. November ist Welt-Diabetes-Tag und der Geburtstag von Sir Frederick Bating, dem Entdecker des Insulins

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Diabetes mellitus als eine der größten Volkskrankheiten und diabetische Folgeerkrankungen wie die diabetische Neuropathie oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen mit einer verminderten Lebensqualität und einem erhöhten Risiko für Multimorbidität und Mortalität einher. Neben optimaler Stoffwechseleinstellung und gesunder Lebensweise können die Patienten laut Wissenschaftlern der Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) von einer zielgerichteten Biofaktoren-Versorgung profitieren. Laut Angaben der IFD aus dem Jahre 2017 – aktuell publiziert im Gesundheitsbericht-Diabetes 2020 – liegt Deutschland mit 7,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus an 2. Stelle im europäischen und an 9. Stelle im internationalen Vergleich.

Diabetes – erhöhtes Risiko für einen Biofaktoren-Mangel

Patienten mit Diabetes mellitus sind häufiger als gesunde Personen gefährdet, in einen Biofaktoren-Mangel zu geraten. Sie ernähren sich nicht immer ausgewogen und haben aufgrund ihrer Stoffwechselerkrankung einen erhöhten Bedarf an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen. „Dies kann zu einer unzureichenden Versorgung mit Biofaktoren wie Vitamin B1, Vitamin B12, Magnesium, Zink und Chrom führen“, warnt Prof. K. Reiners, Neurologe und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Gesellschaft für Biofaktoren (GfB).

Aber auch Medikamente, die bei Diabetespatienten eingesetzt werden, können zu einer verminderten Resorption oder erhöhten Ausscheidung von Biofaktoren führen und somit einen Biofaktoren-Mangel erzeugen. Beispielsweise  ist die Gefahr für einen Vitamin-B12-Mangel bei Diabetikern unter Metformin dreifach erhöht im Vergleich zu Nicht-Diabetikern und doppelt so hoch im Vergleich zu Diabetikern ohne Metformin.  Patienten, die mehr als 10 Jahre Metformin einnahmen, hatten häufiger ein Vitamin-B12-Defizit als Patienten mit kürzerer Einnahmedauer.

Bleibt ein Vitamin-B12-Mangel unbehandelt, können langfristig hämatologische Erkrankungen (megaloblastäre Anämie) und teils irreversible neurologische Schäden wie eine Hinterstrangschädigung des Rückenmarkes, eine Polyneuropathie oder Hirnleistungsstörungen die Folge sein. Bei Typ-2-Diabetikern erhöht sich außerdem die Inzidenz der kardiovaskulären autonomen Neuropathie, einem unabhängigen Risikofaktor der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität. Als psychiatrische Symptome sind Vergesslichkeit, Konzentrationsmangel und Depressionen möglich.

Auch an andere Biofaktoren denken

Es besteht eine Korrelation zwischen einer höheren Magnesiumzufuhr und dem verminderten Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Als Ziel einer Magnesium-Therapie wird die verbesserte Insulinsensitivität, die verbesserte Qualität der Diabeteseinstellung und eine Prävention diabetischer Folgeerkrankungen – insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen – angesehen. Auch eine unzureichende Versorgung mit den Biofaktoren Zink und Chrom kann einen negativen Einfluss auf die Stoffwechseleinstellung und den Krankheitsverlauf des Diabetikers haben. Nicht zuletzt kann ein Vitamin-B1-Mangel Störungen im Glukosestoffwechsel verursachen sowie das Risiko für die Entwicklung einer Neuropathie und anderer mikrovaskulärer Komplikationen erhöhen.

Bei Diabetes und diabetische Folgeerkrankungen Biofaktoren-Mangel im Blick halten

Neben medikamentöser Therapie und optimierter Lebensweise sollte in der Behandlung des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen das Augenmerk auf der Bedeutung ausgewählter Biofaktoren liegen. Die GfB rät, neben Vitamin B12 auch Vitamin B1 sowie Magnesium, Zink und Chrom zu berücksichtigen. Ausführlichere Informationen zu den letztgenannten Biofaktoren finden Sie daher auf der Webseite der GfB (www.gf-biofaktoren.de).

Der zielgerichtete Ausgleich von Mangelzuständen durch Supplementierung kann Krankheitsverläufe und die Entwicklung von Folgeerkrankungen positiv beeinflussen.

Gesellschaft für Biofaktoren e.V.