Kreativ werden und Neues ausprobieren

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Der Bummel über den Weihnachtsmarkt, der traditionelle Adventsbrunch im großen Freundeskreis, die Weihnachtsfeier mit den Kolleginnen und Kollegen und viele andere liebgewonnene Rituale wird es in diesem Jahr nicht geben. Auch wenn für viele die Enttäuschung darüber zunächst groß sein mag, lässt sich der Situation durchaus etwas Positives abgewinnen. „Natürlich wird Weihnachten für die allermeisten anders aussehen als in der Vergangenheit. Doch anders bedeutet ja nicht automatisch schlechter. Mit Optimismus und Kreativität lässt sich auch unter Corona-Bedingungen eine sehr besinnliche Adventszeit gestalten“, sagt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER.

Ein Plus an Zeit

Wer sich auf die neue Situation einlässt, kann vor allem den Stress dieses Weihnachten deutlich reduzieren. Durch die Kontaktbeschränkungen muss niemand von einer Verpflichtung zur nächsten hetzen. So entsteht Zeit für Dinge, die vielleicht in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen sind, gerade in Familien mit Kindern. Warum die Plätzchen in diesem Jahr nicht mit dem Nachwuchs gemeinsam backen oder endlich mal wieder den Baumschmuck selbst basteln, so wie man es vielleicht noch aus der eigenen Kindheit kennt? Das Besorgen der Geschenke kann nach Ansicht der Expertin in diesem Jahr ebenso deutlich stressfreier ausfallen. „Da volle Geschäfte ein Tummelplatz für das Corona-Virus sind, sollte man auf die üblichen Einkaufsroutinen verzichten. Wie wäre es mit etwas Selbstgebasteltem? Oder man schenkt kostbare Zeit, um wieder mal mit Freunden schöne Momente zu genießen“, so Jakob-Pannier. Auch mit Gutscheinen, die sonst als etwas lieblos gelten, kann man in diesem Jahr gut auftrumpfen. Denn mit einem Coupon für einen Restaurantbesuch oder eine Kulturveranstaltung lassen sich diese aktuell krisengebeutelten Branchen gut unterstützen.

Getrennt und dennoch zusammen

Was vielen besonders schwerfallen wird, ist der Verzicht auf die üblichen Familientreffen. Oft ist Weihnachten das einzige Fest im Jahr, an dem wirklich alle Familienmitglieder zusammenkommen, auch die, die weiter entfernt, eventuell sogar im Ausland wohnen. „Auch, wenn einige persönliche Treffen nicht stattfinden können, sollte man darauf achten, dennoch in Kontakt zu bleiben. Dort, wo es technisch möglich ist, sollte man versuchen, ein digitales Familientreffen zu organisieren. Das ersetzt zwar keine Umarmung, hilft aber gegen Einsamkeit“, sagt die Expertin. Für Verwandte, die keinen Internetzugang haben, lassen sich die Weihnachtsgrüße per Telefonat, Video- oder Audiobotschaft gestalten. Alternativ kann man auch eine fast in Vergessenheit geratene Tradition wiederaufleben lassen, indem man einen Weihnachtsbrief schreibt und ein paar Fotos dazulegt. „Wichtig ist, dass man Familie und Freunden in diesen Tagen zeigt: Wir denken an euch. Ihr seid nicht allein. Wir stehen diese schwierige Zeit gemeinsam durch. Auch wenn uns Corona räumlich trennt, emotional rücken wir enger zusammen“, so der abschließende Rat von Jakob-Pannier. 

Weitere Informationen unter www.barmer.de