2020 zeichneten die Holzschuh-Stiftung und die Hufelandgesellschaft die Forschungsarbeit von Dr. Christian Kessler und seiner Arbeitsgruppe mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin aus. Die Studie zeigt auf: Maßgeschneiderte Ayurveda-Therapie bei Kniegelenksarthrose ist im Vergleich zur konventionellen Leitlinien-Therapie nachhaltig wirksam.

Seit mehr als 15 Jahren vergibt die Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung gemeinsam mit der Hufelandgesellschaft jährlich einen Preis für herausragende Forschungsergebnisse in der Komplementärmedizin und Integrativen Medizin.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Mit zahlreichen anspruchsvollen und innovativen Arbeiten und einer großen Spannbreite an Themen ist er einer der bedeutendsten Forschungspreise auf diesem Gebiet.

Maßgeschneiderte Ayurveda-Therapie bei Kniegelenksarthrose

Arthrose ist weltweit verbreitet, mehr als 250 Mio. Menschen sind davon betroffen. Es ist auch eine kostenintensive Diagnose, sowohl was die konservativen Therapien als auch den Kniegelenksersatz betrifft. Und obwohl sich die konventionelle Behandlung der Kniegelenksarthrose in den letzten Jahrzehnten spürbar verbessert hat, leiden viele Menschen trotzdem unter Gelenkschmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit. Weitere effektive Behandlungsmöglichkeiten sind deshalb gefragt.

Ansatzpunkte bietet dafür unter anderem die traditionelle indische Medizin Ayurveda, aus deren Sicht sich Arthrose gut behandeln lässt. Während bisher allerdings meist einzelne  Interventionen, zum Beispiel ayurvedische Heilpflanzen  oder Massagetechniken  wissenschaftlich untersucht wurden, hat die Arbeitsgruppe um Christian Kessler erstmals die Wirksamkeit einer komplexen, multimodalen traditionellen Ayurveda-Therapie mit der konventionellen Standardtherapie verglichen.

Im Rahmen einer konfirmatorischen randomisierten kontrollierten Studie wurden insgesamt 151 Patienten zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Patientengruppen erhielten in jeweils 15 Terminen über insgesamt 12 Wochen Behandlungen. In der Ayurveda-Gruppe erhielten alle Patienten ausgehend von einer individuellen Ayurveda-Diagnose ayurvedische Behandlungselemente.

Die Ergebnisse sind interessant:  In beiden Gruppen konnten deutliche Therapieeffekte beobachtet werden. In der Ayurveda-Gruppe hatten sich die Beschwerden jedoch signifikant stärker verbessert als in der konventionellen Gruppe. Auch unter Berücksichtigung aller potentiellen Einflussfaktoren und Limitationen legen die Daten der Studie nahe, dass eine traditionelle Ayurveda-Therapie bei Kniegelenksarthrose unter hiesigen Bedingungen wirksam ist. Bemerkenswert ist auch die im Rahmen der Langzeit-Erhebung beobachtete Nachhaltigkeit der Therapieeffekte nach 6 und 12 Monaten.

Der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin

Eingereicht werden können Arbeiten, die sich in besonderem Maße Themen und Fragestellungen aus dem Bereich Naturheilkunde und Komplementärmedizin widmen. Sie können allen wissenschaftlichen Fachrichtungen entstammen, z.B. Grundlagenforschung, der klinischen Anwendung und der epidemiologisch-sozialmedizinischen Forschung.

Zugelassen für den Wettbewerb sind angehende Ärzt*innen mit einer bereits abgeschlossenen Arbeit/ Abschlussarbeit/ Promotion, Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen in Praxis, Klinik und Universität sowie Naturwissenschaftler*innen und Pharmazeuten. Aufgrund der Stiftungssatzung sind nur Personen oder Institutionen mit Sitz in Deutschland zum Wettbewerb zugelassen.

Die eingereichten Arbeiten müssen in den letzten zwei Jahren vor der Teilnahme in einer Fachzeitschrift publiziert oder zur Publikation angenommen oder einer Universität vorgelegt worden sein. Die Arbeit ist vorzugsweise digital einzureichen. Der Einsendeschluss 2021 ist der 31. März 2021.

Hufelandgesellschaft e.V.