KKH erweitert Leistungsangebot bei HPV-Impfung und Darmkrebs

In den vergangenen Jahren haben immer weniger Frauen eine weibliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch genommen.
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In den vergangenen Jahren haben immer weniger Frauen eine weibliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch genommen. Laut Auswertung der KKH ist der Anteil der weiblichen Versicherten, die eine Brust- oder Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge bei ihrem Gynäkologen durchführen lassen haben, zwischen 2009 und 2019 in Bayern um rund sieben Prozent gesunken. Lediglich 43 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen nutzten 2019 das jährliche Vorsorge-Angebot, 2009 waren es rund 46 Prozent, die zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt gegangen sind. „Aufgrund der Corona-Krise und möglicher Angst vor Ansteckung mit dem Virus bei Arztbesuchen dürfte die Zahl im vergangen Jahr allerdings noch weiter gesunken sein“, vermutet Eugen Rebhan vom KKH-Serviceteam in Coburg.

HPV-Impfquote in Bayern gestiegen

Der häufigste Auslöser für die Entstehung von Krebs an der Gebärmutter ist eine chronische Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV), die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Diese Viren können aber auch im Mund- und Rachenraum sowie an männlichen Genitalien Tumore verursachen. Um sich dagegen zu schützen, sollten sich Mädchen und Jungen impfen lassen. Wie eine Auswertung der KKH ergeben hat, wurden im Jahr 2019 in Bayern aber nur rund 14 Prozent der Mädchen und rund sieben Prozent der Jungen zwischen neun und 17 Jahren gegen HPV geimpft. Fünf Jahre zuvor war die Impfquote bei den Mädchen sogar noch um 56 Prozent niedriger und lag bei neun Prozent. Da Jungen die Impfung erst seit Ende 2018 auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen erhalten, gibt es hier noch keine Vergleichswerte.

„Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, alle Möglichkeiten der Vorsorge und Prävention zu nutzen. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen“, sagt Eugen Rebhan. Die KKH hat deshalb ihr Leistungsangebot zum Jahresbeginn sogar erweitert und übernimmt über das gesetzliche Maß hinaus zusätzlich die Kosten für eine HPV-Impfung für Frauen und Männer zwischen 18 und 26 Jahren. Auch zur Früherkennung von Darmkrebs gibt es bei der KKH ab sofort eine Mehrleistung. So erstattet die Krankenkasse alle zwei Jahre die Kosten für einen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge auch für Versicherte unter 50 Jahre, die eigentlich noch keinen gesetzlichen Anspruch hätten.

Die KKH rät, trotz der aktuellen Corona-Situation die Untersuchungen wahrzunehmen: „Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt für eine Krebs-Früherkennung. Wird eine Erkrankung rechtzeitig erkannt, sind die Chancen für eine Heilung auch dank verbesserter medizinischer Möglichkeiten sehr groß“, sagt Eugen Rebhan. Um Versicherte über die Früherkennungsprogramme Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs besser zu informieren, erhalten anspruchsberechtigte Frauen und Männer seit Mitte 2019 und Anfang 2020 von ihrer Krankenkasse alle fünf Jahre ein Anschreiben. „Ziel ist es, mehr Versicherte durch diesen besonderen Service über die Möglichkeit der Teilnahme aufzuklären“, erläutert Eugen Rebhan. 

Zweitmeinungsverfahren und Krebsregister sinnvoll

Sollten bei einer solchen Früherkennungsuntersuchung auffällige Befunde festgestellt werden, wird der Arzt mit dem Patienten besprechen, welche weiteren Untersuchungen und Diagnoseverfahren notwendig sind. „Damit betroffene Patienten im Falle einer Krebs-Erkrankung die bestmögliche Versorgung erhalten, bietet die KKH ein Zweitmeinungsverfahren an. Denn es ist sicherlich eine schockierende Nachricht, wenn die Diagnose Krebs gestellt wird. Eine ärztliche Zweitmeinung kann alternative Behandlungsmethoden aufzeigen oder bestätigen, dass die vom Arzt empfohlene Therapie genau die richtige ist“, erklärt Eugen Rebhan.

Zusammen mit dem vdek fordert die KKH außerdem seit Jahren die Einführung eines deutschlandweiten zentralen Krebsregisters. „Daraus ließen sich wertvolle Erkenntnisse für die Behandlung und die medizinische Forschung ziehen“, sagt Eugen Rebhan. Nach Ansicht von vdek und KKH sollten in ein solches Krebsregister aber auch Daten der gesetzlichen Krankenkassen einfließen. „Wir verfügen über detaillierte Versorgungsinformationen, anhand derer erforscht werden könnte, ob beispielsweise die Einnahme bestimmter Arzneimittel die Entstehung einer Krebserkrankung beeinflusst.“

Weitere Informationen unter kkh.de/krebsfrueherkennung.