Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Weichmachern

Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Weichmachern
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Alltäglich nutzen wir Gebrauchsgegenstände, die Weichmacher enthalten. Beispielsweise finden wir sie in Verpackungen von Lebensmitteln und in Trinkflaschen aus Plastik, in Spielzeug und sogar im Babyschnuller. Dabei gehen wir ein großes Risiko ein. Weichmacher können Hirnschäden verursachen und die Hirnfunktionen empfindlich beeinträchtigen.

Dazu genügen schon geringe Mengen an Weichmachern wie Bisphenol A und Bisphenol S, um die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn zu stören. Wissenschaftler:innen der Universität Bayreuth untersuchten es an den Gehirnen von Fischen. Sie halten es für sehr wahrscheinlich, dass diese Auswirkungen auch für den Menschen gelten. Das prägnante Ergebnis der Studie: „Beide Weichmacher beeinträchtigen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen des Gehirns“. Und es hat überrascht, wie viele lebenswichtige Hirnfunktionen der Fische betroffen waren.

Das hat Auswirkungen insbesondere auf das empfindliche Gleichgewicht in den unterschiedlichen Nervenfunktionen. So beispielsweise in der Wechselwirkung zwischen aktivierenden und hemmenden Funktionen der Hirnzellen. Genau hier greifen die Weichmacher ein. Sie beeinflussen das Aktionspotential von Gehirnzellen. Außerdem verändern sie die chemische und elektrische Signalübertragungen der Synapsen. Ferner stören sie die Schaltkreise, die dafür wichtig sind, dass die akustischen und visuellen Reize richtig wahrgenommen und verarbeitet werden.

Die Forscher*innen appellieren dringend, neue gesundheitlich unbedenkliche Lösungen zu entwickeln und die Bisphenole zu ersetzen.

Quelle: Elisabeth Schirmer, Stefan Schuster, Peter Machnik: Bisphenols exert detrimental effects on neuronal signaling in mature vertebrate brains. Communications Biology (2021), DOI

Pressemeldung: Hirnschäden durch Weichmacher: Bayreuther Biolog*innen untersuchen Wirkungen von Bisphenolen auf Nervenzellen, Universität Bayreuth, Informationsdienst Wissenschaft (idw)

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu