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Neuentdeckungen zeigen am Beispiel des Schwefelzuckers auf, wie wichtig das Verhältnis von Ernährung, Darmmikrobiom und Gesundheit ist

Die Wissenschaft hat neue metabolische Fähigkeiten von Darmbakterien entdeckt. Sie sind in der Lage, den pflanzlichen Schwefelzucker Sulfoquinovose zu verarbeiten. Diesen nehmen wir aus dem grünen Gemüse wie Spinat, Salat und Algen auf.

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Diese Neuentdeckung verdeutlicht, wie wichtig das Verhältnis von Ernährung, Darmmikrobiom und Gesundheit ist. Der Grund: die wissenschaftlichen Untersuchungen haben ergeben, dass das Darmmikrobiom wesentlich beeinflusst, wie sich die Ernährung auf unsere Gesundheit auswirkt.

Dazu analysierten die Forscher:innen der Universitäten Konstanz und Wien Stuhlproben auf den mikrobiellen Stoffwechsel des Schwefelzuckers im Darm. Dieser stimuliert das Wachstum spezifischer Mikroorganismen im Darm, die eine Schlüsselrolle haben, wie beispielsweise eines der zehn häufigsten Darmmikroben, Eubacterium rectale.

Diese Bakterien fermentieren Sulfoquinovose. Aus der Verstoffwechselung entstehen Schwefelverbindungen, die wiederum anderen Bakterien nützlich sind. Am Ende der Kette steht Schwefelwasserstoff, der in geringen Mengen entzündungshemmend und in zu großen Mengen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen und Krebs in Verbindung steht.

Einmal mehr lässt sich daraus herleiten, wie essentiell wichtig das natürliche Gleichgewicht im Milieu unseres Organismus ist. Weitere Untersuchungen stehen an, um zu klären, ob und wie es gesundheitsfördernd ist, pflanzliche Schwefelzucker einzunehmen. Die Forschungsergebnisse könnten Grundlage für ein neues Präbiotikum sein.

Originalpublikation:

Hanson BT et al. Sulfoquinovose is a select nutrient of prominent bacteria and a source of hydrogen sulfide in the human gut. ISME J 2021; 15(9): 2779-2791. Doi: 10.1038/s41396-021-00968-0

Quelle: Universität Konstanz / idw-online