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Die virtuelle Pascoe Jahrestagung mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten und über 800 Anmeldungen von Fachkreisangehörigen bot Gelegenheit zur Weiterbildung und zum Austausch. Das Tagungsthema Fatigue ist aktueller denn je und wurde sowohl als selbstständige Erkrankung als auch in Verbindung mit Virusinfekten, Krebs, Mitochondropathie und Multipler Sklerose beleuchtet.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Frau Dr. Christina Ulm als Leiterin des Wissenschaftlichen Vertriebs bei Pascoe die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und führte in das Thema Fatigue ein. Gemeinsam mit Dr. Astrid Rustige vom wissenschaftlichen Beratungsservice führte sie durch das Programm. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion fand ein reger Austausch aller Referentinnen und Referenten statt und es konnten viele Fragen aus dem Auditorium beantwortet werden. Für die ganzheitlich orientierten Referenten und Referentinnen stellen Vitamin-C Infusionen eine wesentliche Therapieoption bei Fatigue dar.

Für die ganzheitlich orientierten Referenten und Referentinnen stellen Vitamin-C Infusionen eine wesentliche Therapieoption bei Fatigue dar.
Für die ganzheitlich orientierten Referenten und Referentinnen stellen Vitamin-C Infusionen eine wesentliche Therapieoption bei Fatigue dar. (Foto: © Pascoe)

Dr. Harald Herget: Virus-bedingte Fatigue

Im ersten Vortrag von Herrn Dr. Harald Herget ging es um virusbedingte Fatigue. Eine gute Versorgung mit Vitamin C kann eine Infektion verhindern, sie ist unverzichtbar in Prophylaxe und Therapie, egal ob es um eine chronische oder akute Infektion geht. Herr Dr. Herget ging detailliert auf die post-virale Symptomatik ein, insbesondere in Bezug auf Long-COVID und betonte die Auswirkungen auf das Psychovegetativum und die neurohormonelle Regulation. Eine gute Vitamin-C-Versorgung lindert Fatigue, Schmerzen und nervale Dysfunktionen und verbessert die emotionale, kognitive und soziale Funktion. Neben der intravenösen Gabe von Vitamin C empfahl Herr Dr. Herget eine Ausleitung mittels einer 3-Punkt- oder 6-Punkt-Therapie, eine Stärkung des venösen Systems sowie eine Anregung des Immunsystems. Er betonte außerdem die Relevanz einer guten Basis in Bezug auf den Säure-Basen-Haushalt, die Konstitution und die Darmflora. Als weitere Mikronährstoffe empfahl er Vitamin D3, Zink, B-Vitamine und Selen. 

Dr. Claudia Vollbracht: Long-COVID bedingte Fatigue

Der zweite Vortrag von Vitamin-C-Expertin Dr. Claudia Vollbracht beschäftigte sich genauer mit Long-COVID. Sie ging insbesondere auf die in neuesten Studien ermittelten Ursachen dieser Erkrankung ein: psychosoziale Belastung, Neuroinflammation und Autoimmunreaktionen. Der Virus löst eine anhaltende Neuroinflammation aus. Die Folge ist eine Störung der Durchblutung und der Neurotransmitter-Synthese mit einem Mangel an Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, die für die psychische Gesundheit wichtig sind. Erste Studien deuten außerdem auf die Bildung von Auto-Antikörpern bei COVID-19 hin, die mit der Entstehung und Persistenz von postakuten Folgeerkrankungen zusammenhängen könnten. Krankheitsassoziierter Stress und Traumata spielen ebenfalls bei der Entstehung von Long-COVID-Symptomen eine Rolle.

Allen beschriebenen Ursachen liegt oxidativer Stress als biochemischer Auslöser zugrunde. Ein Antioxidantien-Mangel scheint bei den Betroffenen wahrscheinlich. Insbesondere ein Mangel an Vitamin C, als einem der wirksamsten physiologischen Antioxidantien, kann bewirken, dass die durch oxidativen Stress gestörte Endothelfunktion nicht wiederhergestellt werden kann. Die Wiederherstellung schützt jedoch vor mikrovaskulären Thromben, die zur Neuroinflammation führen oder zu Autoimmunreaktionen beitragen. Zum Ausgleich eines Vitamin-C-Mangels ist die Applikationsart entscheidend: Eine Infusion von 7,5 g Ascorbat führt zu 10-fach höheren Blutspiegeln als dies oral möglich ist: 2,4 mM. 

Dr. Felix Joyonto Saha: Onkologische Fatigue

Herr Dr. Saha führte in die integrative Medizin ein und informierte insbesondere über die Inhalte der Mind-and-Body-Medizin. Diese bietet machtvolle Möglichkeiten durch die Einflussnahme auf emotionale, soziale, spirituelle und verhaltensbezogene Faktoren. Selbsterkenntnis und Selbstfürsorge sind die wichtigsten Mittel. Etwa 80 % der Krebspatientinnen und -patienten leiden unter einer durch die konventionellen Therapien induzierten Fatigue, 75 % mit metastasiertem Krebs unter krankheitsbedingter Fatigue. 29 % weisen nach überstandener Erkrankung noch Fatigue-Symptome auf. Aber auch unter Gesunden ist Fatigue weit verbreitet, so geben 31 % der über 16-Jährigen in Deutschland an, unter verstärkter Müdigkeit zu leiden.

Unter den komplexen Ursachen der Fatigue ist die stille Entzündung besonders zu beachten. Grundsätzlich wird jede Gefahr vom Körper mit einer Entzündung beantwortet. Zu den Gefahren zählen Infektionen, Verletzungen, Industriegifte, Lösungsmittel, Schwermetalle, Störfelder, Darm-Dysbiose, ungelöste seelische Konflikte, physische Überlastung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Elektrosmog. Eine besondere Rolle nehmen hier die sogenannten advanced glycation end products (AGE) ein, also körpereigene glykolysierte Proteine und Fette, die als Biomarker für das Altern und chronisch-degenerative Erkrankungen gelten. Körperlicher und psychischer Stress führt also zu Entzündung und die Entzündungsmarker induzieren im Hypothalamus die Bildung des Corticotropin-Releasing Hormone. In der Folge werden das vegetative Nervensystem und die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinden-Kaskade als Stressachsen aktiviert. Bei den Betroffenen ist als Folge die circardiane Rhythmik gestört.  

Als rettendes Arzneimittel bei diesen Patientinnen und Patienten bezeichnete Herr Dr. Saha das Procain. Bei allen entzündlichen Vorgängen sollte auch immer ein Vitamin-C-Mangel in Betracht gezogen werden, der gut mit intravenösen Vitamin-C-Gaben behandelt werden kann. Zusätzlich empfiehlt Herr Dr. Saha eine Ausleitungstherapie und die Gabe pflanzlicher Arzneimittel wie Ginseng, Rosenwurz und Mistel sowie eine Nahrungsergänzung mit Selen und Vitamin E. Vitamin E sollte nur bei einem ausreichenden Vitamin-C-Spiegel verabreicht werden. Weiterhin führen auch manuelle Therapien, Ingwer-Nieren-Auflagen, kalte Brustwickel und Lavendelöl-Herzauflagen sowie eine lokale Neuraltherapie mit Procain zu einer Verbesserung der Lebensqualität. Akupunktur, Öldispersionsbäder, Kneippsche Güsse und Bäder, Fasten oder biologische Vollwerternährung, Bewegung – insbesondere Yoga – und Entspannungsübungen sowie eine kognitive Umstrukturierung ergänzen die Therapie. 

Prof. Dr. Banat: Schulmedizinische Behandlung der onkologischen Fatigue

Einen gänzlich anderen Therapieansatz stellte Prof. Dr. Banat vor: Er arbeitet rein schulmedizinisch und führte in die verschiedenen medikamentösen Therapien zur Behandlung der Nebenwirkungen onkologischer Therapien ein. Eine begleitende psychologische Unterstützung hält er ebenfalls für wichtig, gab jedoch zu bedenken, dass hier häufig die Kapazitäten nicht für alle Patientinnen und Patienten ausreichen. Im Nachgang zu seinem Vortrag entspann sich eine interessante Diskussion sowohl im Tagungs-Chat als auch innerhalb der Veranstaltung über Nutzen und Schaden der schulmedizinischen Palliativversorgung onkologisch Erkrankter. 

Dr. Kanzler-Prägert: Mitochondrien und Fatigue

Über die besondere Verbindung der Mitochondropathie zum Chronic-Fatigue-Syndrom berichtete Frau Dr. Kanzler-Prägert. Mitochondrien sind die Energiefabriken der Zelle und stellen Energie in Form von ATP zur Verfügung. Eine weitere wichtige Aufgabe ist Regulation der Apoptose. Die Mitochondrien haben nur eingeschränkte Reparaturmechanismen. Ab einer 40-prozentigen Schädigung kommt es zu einer schlechten Alkoholverträglichkeit, Erschöpfung und Störungen des Hormonhaushalts. Ab einer 60-prozentigen Schädigung werden Symptome des Chronic-Fatigue-Syndroms beobachtet.

Die Schädigung der Mitochondrien-DNA geschieht besonders durch das während der Atmungskette gebildete Hyperoxid-Anion. Das Enzym Superoxid-Dismutase, das hier schützend eingreift, arbeitet bei vielen Menschen nicht effektiv genug. Dies ist durch einen genetischen Polymorphismus bedingt, das bedeutet, die verschiedenen Formen des Enzyms sind unterschiedlich wirksam.  Häufig haben Betroffene einen Q10-Mangel und die Versorgung mit Zink, Kupfer, Eisen und Selen sollte bei Verdacht auf Mitochondropathie gemessen werden. Auch nitrosativer Stress spielt bei Mitchondropathien eine Rolle, insbesondere das Peroxynitrit.

Frau Dr. Kanzler-Prägert berichtete dann über die sogenannte Myalgische Enzephalomyelitis, die auch als Chronic-Fatigue-Syndrom bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine schwere neuro-immunologische Erkrankung, an der etwa 17 Millionen Menschen weltweit leiden, Frauen häufiger als Männer. Eine genaue Ursache ist nicht bekannt, diskutiert wird aber eine sekundäre Mitochondropathie. Den Beginn stellt häufig ein viraler Infekt gepaart mit körperlichem und psychischem Stress dar, häufig ist beispielweise EBV. Eine genetische Prädisposition sowie eine bereits vorliegende Autoimmunerkrankung, Operationen, HWS-Traumata, Durchblutungsstörungen und eine schlechte O2-Versorgung sind ebenfalls Risikofaktoren. Die Post-Exertional-Malaise ist ein wichtiges Diagnosekriterium. Dies ist eine sehr starke, tagelang anhaltende Erschöpfung nach einer moderaten Anstrengung, die nicht im Verhältnis zur Ausprägung der Erschöpfung steht. Zusätzlich werden häufig rezidivierende Halsentzündungen und Reizdarm beobachtet. Ein Chronic-Fatigue-Syndrom ist immer eine Ausschluss-Diagnose, da kein aussagekräftiger Labortest verfügbar ist. Lediglich die Messung der Handkraft ist ein gutes Diagnosekriterium. Fragebögen zu CFR-Diagnose können auf fatigatio.de heruntergeladen werden. 

Neben Vitamin-C-Infusionen bei vorliegendem Vitamin-C-Mangel empfiehlt Frau Dr. Kanzler-Prägert unter anderem alpha-Liponsäure, Coenzym Q10, L-Carnitin, B-Vitamine, Magnesium, die fettlöslichen Vitamine E, D, K und A, Omega 3 Fettsäuren sowie Taurin und Kreatin. 

Dr. Wied-Baumgartner: Fatigue und Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer Zerstörung der Markscheiden einhergeht und die eine Beeinträchtigung der gesteuerten Körperfunktionen zu Folge hat. Sie tritt heutzutage drei Mal häufiger auf als noch vor 50 Jahren. Die Ätiologie der MS ist sehr komplex und wird immer noch erforscht. Zu den Hauptsymptomen der MS gehören Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen oder Beinen, starke Müdigkeit und rasche Erschöpfung, Fatigue, Probleme bei der Darm- oder Blasenentleerung, Gang- oder Gleichgewichtsstörungen sowie Sehstörungen auf einem Auge. Eine gute Vitamin-C-Versorgung ist neuroprotektiv und therapeutisch wichtig bei neurodegenerativen Erkrankungen. Frau Dr. Wied-Baumgartner wendet deshalb bei ihren Multiple-Sklerose-Patientinnen und Patienten mit Vitamin-C-Mangel seit über 20 Jahren Vitamin-C-Infusionen an, in Kombination mit alpha-Liponsäure. Weiterhin empfiehlt sie zur Behandlung der auftretenden Fatigue die Gabe eines Melatonin-Sprays zur Nacht sowie Kupfer, Zink, Mangan und Eisen, die Vitamine C und E, Polyphenole und Karotinoide als Nahrungsergänzung. 

Quelle: Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen unter: https://www.pascoe.de/