Viele Menschen wünschen sich Veränderungen in ihrem Leben und sind auf der Suche nach effektiven Strategien für die Änderungen von Gewohnheiten. Die Deutsche Leberstiftung möchte die Menschen mit Tipps dabei unterstützen, im neuen Jahr „beweglicher“ und ernährungsbewusster zu leben und damit auch die Lebergesundheit zu bewahren.

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Manche Experten sprechen bereits vom „Megatrend Gesundheit“ im Jahr 2022, der durch die Corona-Pandemie entstanden ist. Tatsächlich sind seit fast zwei Jahren Themen wie starkes Immunsystem, gefährliches Übergewicht und gesunde vitaminreiche Ernährung in Medien und privatem Austausch sehr dominant. Dass ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung für zahlreiche Erkrankungen, auch der Leber, verantwortlich sind, thematisiert die Deutsche Leberstiftung schon seit vielen Jahren.

NAFLD auf dem Vormarsch

Der sogenannte westliche Lebensstil kann für die Gesundheit unseres Körpers sehr schädlich sein: Hochkalorisches Essen und Trinken sowie viel zu wenig Bewegung fördern die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen wie der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) – bei Erwachsenen und Kindern. Obwohl eine Fettlebererkrankung sehr oft die Folge einer anderen Stoffwechselerkrankung sein kann, bekommen Krankheiten wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Und weil sich Symptome einer NAFLD meistens erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkbar machen, bleibt sie oftmals lange unerkannt. Das hat zur Folge, dass eine im Anfangsstadium noch relativ ungefährliche nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) sich entzünden kann, sodass eine nicht-alkoholische Fettleberhepatitis (Steatohepatitis, NASH) entsteht. Aus der Fettleberhepatitis kann sich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und im weiteren Verlauf eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) entwickeln. Auch Leberzellkrebs zählt zu den möglichen Folgeerkrankungen einer entzündeten Fettleber.

Bewegung fördert Lebergesundheit

Wie die Entstehung einer NAFL und die weitere Entwicklung bereits mit einfachen Änderungen des Lebensstils vermeidbar sind und so das neue Jahr gesund beginnen kann, erläutert der Leberexperte und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung, Prof. Dr. Michael P. Manns: „Eine bereits bestehende Fettleber und auch eine Fettleberentzündung können sich zurückbilden, wenn die Betroffenen ihren Lebensstil konsequent ändern. Neben ausreichender Bewegung und einer verringerten Kalorienzufuhr sollte der Verzehr von Kohlenhydraten, gesättigten Fetten sowie Fruchtzucker eingeschränkt werden. Darüber hinaus sollten bei extrem übergewichtigen Erwachsenen und Kindern die Leberwerte im Blut (GPT, GOT und GGT) kontrolliert werden. Besonders wichtig ist der Aspekt Bewegung. Es ist so einfach, im alltäglichen Leben mobiler zu sein. Mit bereits kleinen Änderungen kann jeder das Jahr 2022 beweglicher gestalten, ich gebe hier nur einige Beispiele: Spaziergang statt TV-Serie, Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, den Kollegen persönlich im Büro aufsuchen, anstatt ihn anzurufen und im Büro auch mal am Stehpult arbeiten. Dass Übergewicht nicht nur für die Leber ein enormes Gesundheitsrisiko ist, hat die Corona-Pandemie nochmals verdeutlicht. Wissenschaftliche Daten belegen, dass je schwerer ein Mensch ist, desto höher sein Risiko ist, an Covid-19 zu versterben. Ich wünsche mir, dass im neuen Jahr viele Menschen mehr Bewegung in ihr Leben bringen und gleichzeitig achtsamer mit ihrer Ernährung umgehen.“

Appell an die Politik

Und auch an die politischen Entscheider und ärztlichen Kollegen wendet sich Prof. Manns mit einem Appell für das Jahr 2022: „Wir brauchen gesundheitspolitische und gesetzliche Rahmenbedingungen für eine Verbesserung der Prävention und Früherkennung der NAFLD, die unbedingt in das Präventionsgesetz integriert werden müssen. Nur so können wir der rasanten Zunahme der NAFLD entgegenwirken. Außerdem sollten eine Kostenübernahme für gewichtsreduzierende Maßnahmen ermöglicht sowie gesetzliche Vorgaben für die Lebensmittelkennzeichnung erlassen werden. Darüber hinaus ist es dringend notwendig, dass auch das Bewusstsein in der hausärztlichen Versorgung für diese Erkrankung geschärft wird“, erläutert er.

Quelle: Deutsche Leberstiftung