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Resveratrol als Entzündungshemmer

Der in roten Trauben enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol hat im Zellversuch entzündungshemmende Eigenschaften entfaltet. Der bittere Lebensmittelinhaltsstoff vermindert die an Entzündungsprozessen beteiligte Freisetzung von Signalstoffen. An der Vermittlung der entzündungshemmenden Resveratrol-Wirkung ist ein Bitterrezeptor (TAS2R50) beteiligt.

Der in roten Trauben enthaltene sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol hat im Zellversuch entzündungshemmende Eigenschaften entfaltet.
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Eine aktuelle Kooperationsstudie des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München und des Instituts für Physiologische Chemie an der Universität Wien hat gezeigt, dass Resveratrol die freigesetzte Entzündungsmarker-Menge um etwa 80% reduzierte.

Die Forschenden sind sich zwar bewusst, dass noch sehr viel Forschungsbedarf besteht. Dennoch würden die bisherigen Ergebnisse neue Bausteine liefern, um „die molekularen Wechselwirkungen zwischen bitter schmeckenden Lebensmittelinhaltsstoffen, Bitterrezeptoren und Immunreaktionen aufzuklären”.

Resveratrol kommt vor allem in der Traubenschale und gering konzentriert in den Traubenkernen vor. Außerdem finden wir den sekundären Pflanzenstoff im Japanischen Staudenknöterich, in Erdnüssen und Maulbeeren. Neben der antiinflammatorischen wird ihm auch eine ausgeprägte antioxidative Wirkung nachgesagt.

Inzwischen gibt es für Erwachsene ein synthetisch hergestelltes trans-Resveratrol als Nahrungsergänzungsmittel. Es wird zur Einhaltung der vom Hersteller empfohlenen maximalen täglichen Verzehrmenge geraten, da eine übermäßige Dosierung zu Störungen des Magen-Darm-Trakts und zu Durchfall führen kann.

Originalpublikation:

Tiroch J et al. Bitter Sensing TAS2R50 Mediates the trans-Resveratrol-Induced Anti-inflammatory Effect on Interleukin 6 Release in HGF-1 Cells in Culture. J Agric Food Chem 2021; 69(45): 13339–13349. Doi: 10.1021/acs.jafc.0c07058

Quelle: idw-online /Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu