Die Beschränkung der Salzaufnahme als Teil der Behandlung eines Herzversagens kann die Ergebnisse für Patienten mit einer verbreiteten Form der Erkrankung verschlechtern. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung des Sun Yat-sen University First Affiliated Hospital. Eine Subgruppenanalyse deutet darauf hin, dass sich eine übermäßige Salzrestriktion vor allem bei Patienten im Alter von ≤ 70 Jahren und nicht-weißer Hautfarbe negativ auswirkt.

Salz
© Milan – stock.adobe.com

Salzrestriktion häufig von Experten empfohlen

Ein eingeschränkter Salzkonsum wird häufig in Richtlinien für Herzversagen empfohlen. Die optimale Bandbreite von weniger als 1,5 Gramm bis weniger als drei Gramm pro Tag und ihre Auswirkungen auf die Patienten mit Herzversagen sowie einer erhaltenen Ejektionsfraktion (HFpEF) ist nicht so eindeutig, da sie häufig von wichtigen Studien ausgeschlossen waren. Von dieser Art von Herzversagen ist rund die Hälfte aller Patienten betroffen.

Daher haben die Forscher eine sekundäre Analyse der Daten von 1.713 Personen mit Herzversagen mit einer erhaltenen Ejektionsfraktion über 50 Jahren durchgeführt, die Teil der „TOPCAT“-Studie waren. Sie untersucht, ob das Medikament Spironolacton wirksam ist. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie viel Salz sie normalerweise beim Kochen von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Suppe, Fleisch und Gemüse verwendeten. Null Punkte gab es für kein Salz, einen Punkt für ein Achtel Teelöffel, zwei Punkte für ein Viertel Teelöffel und drei Punkte für mehr als einen halben Teelöffel.

Die Gesundheit der Studienteilnehmer wurde durchschnittlich drei Jahre für den primären Endpunkt beobachtet. Berücksichtigt wurden dabei Todesfälle aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Einlieferungen ins Krankenhaus aufgrund eines Herzversagens sowie Vorfälle mit nicht-tödlichem Herzstillstand.

Hälfte verzichtet auf Salz

Mit 816 verfügte rund die Hälfte der Teilnehmer bei der Verwendung von Salz eine Punktezahl von null. Bei mehr als der Hälfte dieser Gruppe handelte es sich mit 56 Prozent um Männer. 81 Prozent waren weiß. Sie wogen deutlich mehr und verfügten über einen niedrigeren diastolischen Blutdruck (70 mm Hg) als jene 897 Personen, die auf mehr als null Punkte bei der Verwendung von Salz kamen. Sie wurden auch häufiger wegen eines Herzversagens ins Krankenhaus eingeliefert, litten eher an Typ-2-Diabetes, hatten schlechtere Nieren, mussten Medikamente zur Kontrolle ihres Herzversagens einnehmen und hatten auch eine reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Teilnehmer mit einer Punktzahl von über null beim Salzverbrauch verfügten über ein deutlich geringeres Risiko des primären Endpunkts als jene, deren Wert bei null lag. Hauptverantwortlich dafür war, dass sie weniger wahrscheinlich aufgrund eines Herzversagens ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Sie starben aber auch weniger wahrscheinlich aufgrund einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Personen mit 70 Jahren oder jünger profitierten in Hinblick auf den primären Endpunkt und die Einlieferung ins Krankhaus aufgrund eines Herzversagens eher davon, dass sie beim Kochen Salz verwendeten als Personen über 70 Jahren.

Nicht-weiße Personen schienen mehr von der Verwendung von Salz zu profitieren. Hier waren die untersuchten Zahlen allerdings gering. Das Geschlecht, frühere Krankenhausaufenthalte aufgrund eines Herzversagens und die Einnahme entsprechender Medikamente standen nicht mit erhöhten Risiken der festgestellten Ergebnisse und Punktzahlen bei der Verwendung von Salz in Verbindung.

Originalpublikation: Li J et al. Salt restriction and risk of adverse outcomes in heart failure with preserved ejection fraction. Heart 2022: heartjnl-2022-321167. DOI: 10.1136/heartjnl-2022-321167

Quelle: pressetext.redaktion