Risiko durch gestörten Schlaf für neurodegenerative Erkrankungen erhöht

Störungen des Schlafs mit Wachphasen unterschiedlicher Dauer erhöhen das Risiko für Alzheimer/Demenz. Ab dem 65 Lebensjahr ist das Risiko sogar verdoppelt. Kommt es gar zu einem fragmentierten Schlaf, verschlechtern sich langfristig die kognitiven Funktionen.

Störungen des Schlafs mit Wachphasen unterschiedlicher Dauer erhöhen das Risiko für Alzheimer/Demenz. Ab dem 65 Lebensjahr ist das Risiko sogar verdoppelt.
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Bei dem fragmentierten Schlaf findet das Gehirn nicht mehr richtig zur Ruhe. Betroffen sind ausgerechnet die Tiefschlafphasen und die sogenannten REM-Phasen, die für die Informationsverarbeitung, der Gehirnkonsolidierung und der Stressbewältigung wichtig sind. Dadurch wird die Ausscheidung von zellulären Abfallstoffen des Zentralnervensystems gestört, wie der Abbau von Proteinablagerungen, wodurch diese sich anhäufen und die Demenz fördern.

Andererseits können Beeinträchtigungen des Schlafs bei Menschen ohne Krankheitssymptome ein Frühwarnzeichen für erste minimale kognitive Einschränkungen sein, die auf das Risiko zukünftiger neurodegenerative Erkrankungen hinweisen. Dies ist deshalb besonders bedeutungsvoll, weil rund die Hälfte der über 60-Jährigen in Deutschland mittlerweile an Schlafstörungen leiden.

Deshalb kommt es darauf an, die Schlafstruktur frühzeitig zu verbessern und komorbide Schlafstörungen zu behandeln. Dafür braucht es nicht zwingend Medikamente.

Eine Verhaltenstherapie kann langfristig effektiver sein als die Einnahme von Medikamenten. Dementsprechend stehen an erster Stelle verhaltensorientierte oder verhaltenstherapeutische Maßnahmen, um den Schlafstörungen zu begegnen.

Hierzu gehören individuelle Regeln zur Schlafhygiene, eine entsprechend angepasste Schlafumgebung, feste Zubettgehzeiten und die Veränderung des Ernährungsverhaltens vor der Nachtruhe.

Darüber hinaus ist ausreichend Tageslicht, möglicherweise unterstützt durch eine Lichttherapie, sowie körperliche Aktivität am Tag wichtig für einen gesunden Schlaf.

Quelle: idw-online / Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu