Verspannungen sind schmerzhaft und können sehr hartnäckig sein. Ein Magnesiumpräparat ist dann häufig die Empfehlung, um einen etwaigen Mangel auszugleichen. Doch manchmal bleiben die Beschwerden trotz Magnesiumzufuhr bestehen. Denn häufig kommt das Magnesium nicht dort an, wo es so dringend gebraucht wird – in den Muskel- und Nervenzellen. Osteopath und Schüßler-Experte Benjamin Hartlieb gibt Tipps, wie Körper und Nervensystem wieder ins Gleichgewicht kommen.

Muskelschmerz
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Die Schultern wie eingegipst, Rücken und Nacken steinhart: Viele Menschen leiden dauerhaft unter schmerzenden Muskeln in diesen Bereichen. Auslöser sind meist Fehlhaltungen, etwa durch zu langes Sitzen. Verspannungen haben zudem in der kalten Jahreszeit besonders Konjunktur, denn durch Kälte erhöht sich unsere Muskelspannung. Benjamin Hartlieb, Osteopath und Heilpraktiker mit eigener Praxis in Pforzheim, behandelt viele Patienten mit hartnäckigen Muskelschmerzen. Er bestätigt, dass es im Winter einen Zusammenhang zwischen Verspannungen und Kälte gibt, sieht aber bei vielen einen anderen Hauptauslöser der Beschwerden: „Dauerstress spielt bei hartnäckigen Verspannungen eine große Rolle. Denn in Belastungssituationen erhöht sich der Magnesiumbedarf und die Muskulatur verspannt und schmerzt.“

Viele Menschen nehmen Magnesium-Präparate, um Verspannungen und Krampfzustände zu lindern. Manchmal halten die Beschwerden jedoch trotzdem an oder treten wieder auf. Benjamin Hartlieb setzt in solchen Fällen auf die ergänzende Einnahme von Schüßler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum, um sicherzustellen, dass das Magnesium auch da im Organismus ankommt, wo es gebraucht wird. „Das Schüßler-Mineralsalz füllt dabei nicht den Magnesiumspeicher auf, sondern es gibt durch seine homöopathische Aufbereitung dem Organismus einen gezielten Impuls zur Selbstregulation. Es fungiert also wie eine Art Türöffner und ermöglicht so den Transport des Magnesiums in die Zelle. Das zugeführte Magnesium und das aus der Nahrung kann durch das Schüßler-Salz auf Zellebene besser verwertet werden“, erklärt Schüßler-Experte Benjamin Hartlieb.

Schüßler-Salz Nr. 7: Ein Multitalent

Magnesium phosphoricum, das Schüßler-Salz Nr. 7, ist das bekannteste und meistverwendete Schüßler-Salz. Kein Wunder, denn es ist sehr vielseitig in der Anwendung: „Die Nr. 7 ist außer bei Verspannungen auch bei allen plötzlich auftretenden und krampfartigen Schmerzen angezeigt – von Muskelkrämpfen über Menstruationsbeschwerden und Bauchkrämpfe bis hin zu Kopfschmerzen“, beschreibt Benjamin Hartlieb. Selbstverständlich sollten heftige und wiederkehrende Schmerzen ärztlich abgeklärt werden. „Ist Magnesiummangel der Auslöser der Beschwerden, kann Schüßler-Salz Nr. 7 oft verblüffend schnell und nachhaltig eine Besserung bringen.“, so Hartlieb.

Magnesium gilt als Mineralsalz, das innere Wärme erzeugt. Das Schüßler-Salz Nr. 7 wärmt also von innen und hilft so, die Muskulatur zu entspannen – und die Nerven gleich mit. Benjamin Hartlieb beschreibt, warum Muskel- und Nervenspannung so stark zusammenhängen und welche Rolle Magnesium spielt:Das vegetative Nervensystem reguliert alle Vorgänge im Körper, die nicht durch den Willen gesteuert werden, sondern automatisch ablaufen, wie Herzschlag, Atmung, Verdauung oder Anspannung und Entspannung. Um diese regulierenden Aufgaben zu erfüllen, braucht es ausreichend Magnesium.“

Friert der Mensch etwa, vermindert sich die Durchblutung der Haut und die Muskelspannung erhöht sich. Gleiches passiert bei Stress, und das kann leider einen Teufelskreis in Gang setzen: „Unser Gehirn wertet verspannte Muskeln unbewusst als Zeichen für Gefahr und kann so leicht in eine Stressspirale kommen. Daher ist es wichtig, körperlich wie mental immer wieder für Entspannung zu sorgen.“, erläutert Benjamin Hartlieb.

Die „heiße 7“ – wenn es im Alltag besonders heiß hergeht

Im Alltag ist es leider meist nicht möglich, eine Runde Yoga zu üben oder ein Entspannungsbad zu nehmen, wenn sich Stress in Form von Verspannungen zeigt. Benjamin Hartlieb hat hierfür einen besonderen Einnahme-Tipp: „Für akute Fälle ist die ‚heiße Sieben‘ bewährt: Dazu löst man zehn Tabletten der Schüßler-Mineralsalzes Nr. 7 in möglichst heißem Wasser auf und trinkt die Mischung schluckweise. Das ist übrigens auch eine gute Empfehlung, wenn man abends Schwierigkeiten hat, zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden.“

Weitere Tipps für entspannte Muskeln und Nerven

Je früher man bei ersten Anzeichen von Beschwerden reagiert und für Entspannung sorgt, desto leichter hat es der Organismus, wieder in die Selbstregulation zu finden. Heilpraktiker Benjamin Hartlieb empfiehlt: „Wenn wir auf unseren Körper und seine feinen Signale achten, können wir heftigeren Beschwerden wie hartnäckigen Verspannungen oft vorbeugen.“ Der Experte hat daher noch einige weitere Tipps für entspannte Muskeln und Nerven:

  1. Ausgewogen ernähren: Grünes Gemüse enthält beispielweise viel natürliches Magnesium. Zu viel Zucker, Fleisch, Kaffee oder Alkohol stressen hingegen den Körper. Es geht nicht um Genussverzicht – denn auch das kann stressen –, sondern um das rechte Maß.
  2. Ausreichend trinken: Insbesondere bei körperlicher Anstrengung bzw. großem Schweißverlust auf die Elektrolytzufuhr achten.
  3. Mit Sport Verspannungen lockern und Stress abbauen: Wichtig ist, die Muskulatur auf Belastung vorzubereiten und sich vor sportlicher Betätigung ausreichend aufzuwärmen. Nach dem Training sollte die Muskulatur gedehnt werden, etwa mit einer zehnminütigen Yoga- oder Stretching-Einheit.
  4. Auf genug Pausen und Schlaf achten: Muskeln und Nerven brauchen Ruhephasen und ausreichend Schlaf, um zu regenerieren.
  5. Gezielt entspannen: Zum Beispiel mit Massage, Sauna, Meditation, autogenem Training oder PME (progressive Muskel-Entspannung nach Jakobsen).

Einnahmeempfehlung für Schüßler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6

1 bis 3mal täglich eine Tablette einnehmen, bei erhöhtem Bedarf auch häufiger. Die Tabletten eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit langsam im Mund zergehen lassen. Bei akuten Beschwerden für die Einnahme als „heiße Sieben“ zehn Tabletten in heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken.

Quelle: Biochemischer Bund Deutschlands e.V.