Studie belegt, wie wertvoll die Natur für unsere Stressbewältigung ist.

Bewegung tut gut. Bewegung ist gesund. Darüber sind sich alle einig. Doch jetzt gibt es eine Studie, die den kausalen Zusammenhang belegt, wie die Natur das Gehirn beeinflusst.

Jetzt gibt es eine Studie, die den kausalen Zusammenhang belegt, wie die Natur durch einen Spaziergang das Gehirn beeinflusst.
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Dazu untersuchten Wissenschaftler der Lise-Meitner-Gruppe Umweltneurowissenschaften am Max-Plank-Institut für Bildungsforschung die Aktivität der stressverarbeitenden Gehirnregionen von 63 gesunde Teilnehmende mithilfe einer funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRT), und zwar vor und nach einem einstündigen Spaziergang im Wald oder auf einer Einkaufsstraße mit Verkehr.

Dabei stellte sich heraus, dass die zentrale Gehirnregion, die an der Verarbeitung von Stress beteiligt ist, die Amygdala, bei den Spaziergängern in der Natur deutlich an Aktivität abnahm. Hierzu genügte bereits ein 60-minütiger Spaziergang.

Damit bestätigt sich, dass die Natur positive Auswirkungen auf die Stressbewältigung hat. Zugleich verdeutlicht sich, wie das Lebensumfeld die Gesundheit unseres Gehirns und der Psyche beeinflusst. Es lässt den Schluss zu, dass ein Spaziergang in der Natur zur Prävention gegen psychische Probleme dienen kann.

Schon in einer früheren Studie wurde festgestellt, dass Menschen, die in der Nähe eines Waldes leben, eine physiologisch gesündere Struktur der Amygdala haben und wahrscheinlich deshalb besser mit Stress umgehen können.

Originalpublikationen:

Sudimac S et al. How nature nurtures: Amygdala activity decreases as the result of a one-hour walk in nature. Molecular Psychiatry. Advance online publication. 2022. Doi: 10.1038/s41380-022-01720-6

Kühn S et al. In search of features that constitute an „enriched environment“ in humans: Associations between geographical properties and brain structure. Scientific Reports, 2017. 7:11920. Doi: 10.1038/s41598-017-12046-7

Quelle: idw-online / Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu