Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien werden immer wieder als Teil eines gesunden Lebensstils empfohlen. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Antioxidantien auch dazu beitragen kann, das Sterberisiko zu verringern [1]. Einzelne Obst- und Gemüsesorten gelten als Nahrungsmittel mit hohem Gehalt an Antioxidantien. Eine kürzlich im Fachblatt Nutrients veröffentlichte Studie der Cornell University lieferte neue Erkenntnisse [2]. Pistazien haben eine sehr hohe antioxidative Kapazität, und zwar eine der höchsten, gemessen an den Werten aus der Untersuchung vieler Nahrungsmittel, die allgemein für ihre antioxidative Kapazität bekannt sind, wie Blaubeeren, Granatäpfel, Kirschen und Rote Bete [3–5].

Pistazien
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Die Forscher der Cornell University wollten den potenziellen Mechanismus besser verstehen, der zu den gesundheitlichen Vorteilen führt, mit denen Pistazien in aktuellen Studien in Verbindung gebracht wurden. Sie haben Pistazien untersucht, um Folgendes zu bestimmen:

  • Die Zusammensetzung der sekundären Pflanzenstoffe von Pistazien – Verbindungen in Pflanzen, die helfen können, das Risiko chronischer Erkrankungen zu senken und die normale Funktion des Körpers aufrechtzuerhalten.
  • Die antioxidative Kraft von Pistazien.
  • Ob Pistazienextrakte unter Laborbedingungen helfen können, das Wachstum von Tumorzellen (Brust-, Leber- und Dickdarmkrebszellen) zu verhindern.

Antioxidative Aktivität höher als bei anderen Nahrungsmitteln

Die Forscher haben bei der Messung des antioxidativen Potenzials herausgefunden, dass Pistazien sehr hohe antioxidative Aktivitäten aufweisen. „Wir waren begeistert zu sehen, dass die antioxidative Kapazität von Pistazien in unserer Studie so hoch ausfiel“, sagt Dr. Rui Hai Liu, Professor für Food Science an der Cornell University. „Wenn wir die Werte mit denen anderer gängiger antioxidativer Nahrungsmittel vergleichen, die mit derselben Methode untersucht wurden, stellen wir fest, dass die antioxidative Aktivität von Pistazien höher ist als die von Nahrungsmitteln, die üblicherweise als besonders reich an Antioxidantien gelten, wie Blaubeeren, Kirschen und Rote Bete. Wir nehmen an, dass die hohe antioxidative Aktivität von Pistazien durch die einzigartigen Verbindungen in Pistazien wie Vitamin E, Karotinoide, Phenole und Flavonoide bedingt ist. Die Kombination oder Interaktion dieser förderlichen Antioxidantien, bioaktiven Verbindungen, mit anderen in Pistazien enthaltenen Nährstoffen trägt vermutlich zu den vielen gesundheitlichen Vorteilen bei, die in den letzten Jahren bei Studien zu Pistazien festgestellt wurden.“

Der normale alltägliche Stoffwechsel kann freie Radikale im Körper erzeugen. Freie Radikale greifen gesunde Körperzellen an und man geht davon aus, dass diese Schädigung zu Entzündungen und Alterung sowie zu chronischen Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Krebs beiträgt. Mediziner empfehlen die Aufnahme von Antioxidantien über die Nahrung, um den Schutz gesunder Körperzellen vor Schädigungen durch freie Radikale zu unterstützen [6, 7].

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Pistazien enthalten eine Vielzahl wichtiger sekundärer Pflanzenstoffe wie verschiedene Mitglieder der Vitamin-E-Familie (Beta-Tocopherol und Gamma-Tocopherol), Carotinoide (Lutein, Zeaxanthin und Beta-Karotin), Phenole und Flavonoide.
  • Extrakte der sekundären Pflanzenstoffe aus Pistazien zeigten in vitro potente proliferationshemmende Aktivitäten gegen menschliche Brust-, Leber- und Dickdarmkrebszellen mit außerordentlich hoher Aktivität gegen menschliche Brustkrebszellen. Extrakte der sekundären Pflanzenstoffe aus Pistazien hemmten nachweislich das Krebswachstum in allen drei Krebszellen (Brust, Leber und Dickdarm), ohne Zytotoxizität der Zellen zu verursachen. Die Forscher berichteten, dass dieser Bereich der Studie weiterer Untersuchungen bedarf, um festzustellen, wie Pistazienextrakte die in dieser Studie beobachtete Hemmung des Wachstums von Krebszellen bewirken. Interessanterweise zeigen Populationsstudien einen Zusammenhang zwischen häufigem Verzehr von Nüssen und dem reduzierten Risiko für bestimmte Krebsarten [8, 9].

Literatur:

  1. Jayedi A et al. Dietary Antioxidants, Circulating Antioxidant Concentrations, Total Antioxidant Capacity, and Risk of All-Cause Mortality: A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis of Prospective Observational Studies. Adv Nutr 2018; 9(6): 701–716. https://doi.org/10.1093/advances/nmy040
  2. Yuan W et al. Quantification of Phytochemicals, Cellular Antioxidant Activities and Antiproliferative Activities of Raw and Roasted American Pistachios (Pistacia vera L.). Nutrients 2022; 14(15): 3002. https://doi.org/10.3390/nu14153002
  3. Wolfe KL et al. Cellular Antioxidant Activity (CAA) Assay for Assessing Antioxidants, Foods, and Dietary Supplements. J Agric Food Chem 2007; 55: 8896-8907. https://doi.org/10.1021/jf0715166
  4. Song W et al. Cellular Antioxidant Activity of Common Vegetables. J Agric Food Chem 2010; 58: 6621-6629. https://doi.org/10.1021/jf9035832
  5. Wolfe K et al. Cellular antioxidant activity of common fruits. J Agric Food Chem 2008; 56(18): 8418-8426. https://doi.org/10.1021/jf801381y
  6. Ellis E. „Antioxidants – Protecting Healthy Cells“ Academy of Nutrition and Dietetics. Veröffentlicht 25. März 2021. Abgerufen 19. September 2022. https://ots.de/EjojOz
  7. „Understanding Antioxidants“ Harvard School of Public Health. Veröffentlicht 21. Januar 2019. Abgerufen 16. September 2022. https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/understanding-antioxidants
  8. Bao Y et al. Association of Nut Consumption with Total and Cause-Specific Mortality. N Engl J Med 2013; 369: 2001-2011. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1307352
  9. Aune D et al. Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. BMC Med 2016; 14(1): 207. https://doi.org /10.1186/s12916-016-0730-3.

Quelle: American Pistachio Growers