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Wie beeinflusst der Standort einer Heilpflanze ihre Wirksamkeit? Das ist eine der Fragen, die die Datenbank PlantaMedia® (www.plantamedia.org) bündelt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Fortsetzung der Datenbankarbeit an der Universität Witten/Herdecke mit 200.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren. Ziel ist eine inhaltliche und technische Weiterentwicklung der Datenbank hin zu einer anwendungsorientierten Online-Enzyklopädie über Nutz-, Arznei- und Gewürzpflanzen. Die medizinischen, pharmakologischen und botanisch-ökologischen Pflanzeneigenschaften sollen auf einen Klick erkennbar und anschaulich vergleichbar gemacht werden. Fachexperten können zudem eine Mitautorenschaft beantragen, um eigene Erfahrungen, Forschungsergebnisse oder Pflanzeninformationen zu veröffentlichen; PlantaMedia® soll zudem für mobile Endgeräte nutzbar werden.

Heilpflanzen
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Die Projektleitung teilen sich Prof. Dr. David Martin, Inhaber des Gerhard-Kienle-Lehrstuhls für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin an der UW/H und Dr. Benjamin Busse, der die Datenbank PlantaMedia® gegründet hat. Als Arzt und Biologe beschäftigt sich Dr. Busse seit über 15 Jahren mit den Zusammenhängen von Medizin und Botanik und den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Pflanzenwelt. Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten von Pflanzen mit gleichen Anwendungsmöglichkeiten, deren Standorten und Umweltbedingungen entstand unter dem Leitbild „Optimaler Standort, maximale Heilkraft“ im Jahr 2013 das Projekt PlantaMedia®. Dr. Busse und Prof. Martin erläutern hierzu, dass die Entstehung von Pflanzensorten mit charakteristischen Inhaltsstoffprofilen nicht nur von der genetischen Variabilität einer Pflanzenart abhängt, sondern insbesondere auch durch den natürlichen Wuchsstandort der Pflanzenart beeinflusst wird.

Eigenschaften einer Pflanze werden von Standort und Erntezeit beeinflusst

Die Theorie der Sortenentstehung treibt Dr. Busse als Naturforscher in seiner Arbeit stetig an. „Standort und Erntezeit beeinflussen maßgeblich die chemischen und medizinischen Eigenschaften einer Pflanze“, ergänzt Prof. Martin. „Diese Faktoren systematisch zu erfassen und das Wissen über sie leicht verfügbar zu machen, füllt eine Lücke und kann vielen Branchen der Forschung und Arzneimittelindustrie dienlich sein. Wir sind dem BMEL enorm dankbar für diese Unterstützung, die es Herrn Dr. Busse ermöglicht, seine Lebensaufgabe auf einem noch höheren Niveau weiterzuführen.“

Quelle: Universität Witten/Herdecke