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Ausreichend Magnesium kann das Risiko für das Metabolische Syndrom senken, wie eine aktuelle Studie ergab. Beim Metabolischen Syndrom treten Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, starkes Übergewicht und erhöhter Blutzucker gemeinsam auf. Ursachen hierfür sind in der Regel ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. Wird das Metabolische Syndrom nicht behandelt, führt dies häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2.

Ausreichend Magnesium kann das Risiko für das Metabolische Syndrom senken, wie eine aktuelle Studie ergab.
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Frühere Untersuchungen haben  bereits belegt, dass Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und auch eine adäquate CalciumZufuhr helfen können, dem Metabolischen Syndrom vorzubeugen. Eine USamerikanische Langzeitstudie zeigte nun diesen Effekt auch für Magnesium. Je höher die Magnesium-Zufuhr, desto niedriger war das Risiko für das Metabolische Syndrom. Es empfiehlt sich daher, auf eine ausreichende Magnesium-Zufuhr zu achten, da somit neben dem Metabolischen Syndrom auch langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 vorgebeugt werden kann. Neben magnesiumreichen Lebensmitteln eignen sich magnesiumreiche Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter als kalorienfreie, natürliche Magnesium-Quelle mit hoher Bioverfügbarkeit.

Tödliches Quartett mit schwerwiegenden Folgen

Zum Krankheitsbild des Metabolischen Syndroms, das oft auch als „tödliches Quartett“ bezeichnet wird, gehört eine Kombination aus vier Symptomen: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, starkes Übergewicht und erhöhter Blutzucker bzw. Insulinresistenz. Das Auftreten dieser Kombination an Symptomen kann zu Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-KreislaufErkrankungen führen. Verschiedene Studien haben einen  Zusammenhang zwischen der Magnesium-Zufuhr und den einzelnen Diagnosekriterien des Metabolischen Syndroms gezeigt. Bisher wurde jedoch noch nicht untersucht, ob Magnesium auch auf das Zusammenspiel der Einzelsymptome, also auf das Metabolische Syndrom im Ganzen eine Wirkung hat, wodurch das Risiko für das Auftreten der einzelnen Folgeerkrankungen gesenkt würde. Eine aktuelle Studie hat dies nun in einer großen Kohorte erstmals untersucht.

Hat Magnesium einen Einfluss auf das Metabolische Syndrom?

Die große US-amerikanische Längsschnittstudie erforschte den möglichen Zusammenhang zwischen der Magnesium-Zufuhr und dem Risiko eines Metabolischen Syndroms an 6802 US-Amerikanern. Dabei wurden eingangs alle notwendigen Daten erhoben und die Teilnehmenden anschließend über einen festgelegten Zeitraum regelmäßig untersucht. So lassen sich zeitliche Entwicklungen verfolgen. Zu Beginn der Untersuchungen erhoben die Forscher mittels Ernährungsfragebogen die Magnesium-Zufuhr der Teilnehmenden über Nahrung und Supplemente. Im Laufe der folgenden Jahre wurden regelmäßige ärztliche Untersuchungen durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Teilnehmenden ein Metabolisches Syndrom entwickelt haben. Nach den internationalen Richtlinien besteht ein Metabolisches Syndrom dann, wenn mindestens drei der fünf Diagnosekriterien des Metabolischen Syndroms (starkes Übergewicht, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette, niedriges HDL-Cholesterin, Bluthochdruck) erfüllt sind. 

Zu wenig Magnesium erhöht Risiko für Metabolisches Syndrom

Insgesamt entwickelten 1470 der 6802 Teilnehmenden während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 10 Jahren (9-13 Jahre) ein Metabolisches Syndrom. Der Vergleich zwischen der Gruppe mit der höchsten Magnesium-Zufuhr (> 437,9 mg/Tag) und der  Gruppe mit der niedrigsten Magnesium-Zufuhr (< 223,5 mg/Tag) zeigte einen signifikanten Unterschied für die Prävalenz eines Metabolischen Syndroms. Die Gruppe mit der hohen Magnesium-Zufuhr hatte ein signifikant kleineres Risiko, am tödlichen Quartett zu erkranken, als die Vergleichsgruppe (relatives Risiko (RR) = 0,79; p=0,043). Dieser Zusammenhang bestand unabhängig davon, ob das Magnesium nur über die Ernährung oder auch über Supplemente zugeführt wurde. Darüber hinaus zeigten die statistischen Auswertungen einen signifikanten linearen Zusammenhang zwischen der Magnesium-Zufuhr und dem Auftreten des Metabolischen Syndroms (RR = 0,72; p=0,006). Je mehr Magnesium zugeführt wurde, desto geringer war also das Risiko für ein Metabolisches Syndrom und umgekehrt. Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass nach den Ergebnissen dieser Studie eine zu geringe Magnesium-Zufuhr mit einem signifikant erhöhten Risiko für ein Metabolisches Syndrom verbunden ist.

Ausreichend Magnesium und Calcium zum Schutz empfohlen 

Die Ergebnisse der US-amerikanischen Forscher bestätigen, dass eine langfristige Magnesium-Zufuhr mindestens in Höhe der Empfehlungen das Risiko für das Metabolische Syndrom reduzieren kann. Damit kann der Entstehung von insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Diabetes mellitus Typ 2 entgegengewirkt werden. Dieser Einfluss von Magnesium auf eine komplexe Erkrankung wie das Metabolische Syndrom ist nicht verwunderlich. Denn Magnesium ist der sogenannte Cofaktor von über 350 Enzymen im Körper und daher essentiell beteiligt an zahlreichen Stoffwechselvorgängen, wie beispielsweise der Regulation des Glukosestoffwechsels, des Herzrhythmus sowie der Muskelkontraktion.

Zudem trägt Magnesium zur Funktionsfähigkeit der Blutgefäße bei. Diese und weitere Wirkungen von Magnesium unterstreichen die Bedeutung einer ausreichenden Magnesium-Zufuhr für unseren Stoffwechsel. Frühere Studien zeigten, dass eine adäquate Zufuhr von Calcium ebenfalls einen positiven Effekt auf das Metabolische Syndrom haben kann. (vgl. Cheng et al. 2019, Newsletter 57, Juli 2020). 

Magnesiumreiches Heilwasser als kalorienfreie Magnesium-Quelle

Der Tagesbedarf an Magnesium liegt bei 350 mg für Männer und 300 mg für Frauen. Um ihn zu decken, empfehlen sich Vollkornprodukte, Keime, Kleie und Nüsse. Ideale Quellen zur kalorienfreien Versorgung mit Magnesium sind zudem Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter. Diese liefern häufig auch viel Calcium, welches wie oben beschrieben das Risiko für das Metabolische Syndrom zusätzlich senken kann. 

Originalpublikation: Daniel T Dibaba, Cheng Chen, Liping Lu, Aurelian Bidulescu, Alyce D Fly, Pengcheng Xun, Suzanne E Judd, Mary Cushman, Ka Kahe. Magnesium intake is inversely associated with the risk of metabolic syndrome in the Reasons for geographic and racial differences in stroke (REGARDS) cohort study. Clin Nutr. 2021 Apr;40(4):2337-2342.

Quelle: Informationsbüro Heilwasser