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Wissenschaft entdeckt spannende Funktion des Vitamin B12

Normalerweise ist Vitamin B12 dafür bekannt, an vielen wichtigen Stoffwechselprozessen mitzuwirken, die beispielsweise bei der Zellteilung und Funktion von Nervenzellen sowie der Blutbildung mitwirken. Inzwischen haben Wissenschaftler der SRH Hochschule für Gesundheit und der Universität des Saarlandes herausgefunden, dass ein Mangel an Vitamin B12 möglicherweise in Zusammenhang steht mit der Alzheimer-Erkrankung.

Eine ältere Dame legt das Wort Alzheimer mit Holzwürfeln.
© LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Bei der Alzheimer-Erkrankung kommt es bekanntlich dazu, dass sich spezielle Eiweiße, die sogenannten Amyloid-ß (Aß) anhäufen. Kommt es in dem dahinter liegenden Stoffwechselprozess und vor allem im Laufe des Alterns dazu, dass diese Eiweiße vermehrt aufgebaut und weniger abgebaut werden, steigert sich die Anhäufung der Eiweißmoleküle im Gehirn. Daraus bilden sich zunächst kleinere Aggregate, die später dann zu Plaques zusammenlagern.

Der Stoffwechselweg dafür findet in der Zellmembran statt, die zu einem großen Teil aus Fetten besteht. Werden diese Fette beeinflusst, kann sich die Alzheimer-Erkrankung beeinflussen lassen. Hierbei wirken sogenannte Plasmalogene mit. Ihnen wird eine schützende Funktion zugeschrieben. Diese Plasmalogene sind besonders sensibel gegenüber freien Radikalen und oxidativen Stress.

Die Forscher haben nun herausgefunden, dass eine verringerte Zufuhr von Vitamin B12 dazu führt, dass sich der Plasmalogene-Spiegel in der Zellmembran reduziert. Die damit verbundene veränderte Fettzusammensetzung der Membrane fördert direkt die Bildung des schädlichen Amyloid-ß.

Damit wird deutlich, dass ein Vitamin B12-Mangel und ein damit reduzierter Plasmalogene-Spiegel die Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung beeinflusst.

Außerdem konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass sich Vitamin B12 auf die Entgiftung der Zellen von freien Radikalen und oxidativen Stress positiv auswirkt.

In weiteren Untersuchungen soll herausgefunden werden, inwieweit sich Vitamin B12 nutzen lässt, um auf die Entwicklung der Erkrankung von Alzheimer einzuwirken. Ein wichtiger Ansatz, denn immerhin hat schätzungsweise jede fünfte Person der westlichen Bevölkerung über 60 Jahren eine Vitamin-B12-Hypovitaminose.

Originalpublikation:

Theiss EL et al. Vitamin B12 Attenuates Changes in Phospholipid Levels Related to Oxidative Stress in SH-SY5Y Cells. Cells. 2022 Aug 18; 11(16):2574. Doi: 10.3390/cells11162574

Quelle: idw-online / SRH Hochschule für Gesundheit

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu