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Wissenschaftler sehen einen neuen natürlichen Ansatz im Kampf gegen den Krebs

Mit Urolithin A, ein Stoffwechselprodukt aus dem Granatapfel, lässt sich das Tumorwachstum bekämpfen, was damit einen neuen Therapieansatz bei Darmkrebs darstellt, so das Ergebnis von Untersuchungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Mit Urolithin A, ein Stoffwechselprodukt aus dem Granatapfel, lässt sich das Tumorwachstum bekämpfen. Ein neuer Therapieansatz bei Darmkrebs.
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Hintergrund des neuen Ansatzes ist, dass Immunzellen, die normalerweise den Tumor bekämpfen sollen, durch das umliegende Tumor-Mikromilieu unterdrückt werden. Dementsprechend fällt die Immunantwort eingeschränkt aus, was dem Tumor dazu verhilft, sich unkontrolliert zu verbreiten.

Durch Urolithin A werden Tumor bekämpfende T-Zellen zu T-Gedächtniszellen. Sie versorgen aufgrund ihrer Teilungsfähigkeit das Immunsystem ständig mit verjüngten nicht erschöpften T-Zellen.

Der Wirkstoff setzt beim Abbau beschädigter und gealterter Mitochondrien an. Diese werden entfernt und durch neue funktionsfähige Mitochondrien ersetzt, wodurch die T-Zellen die Krebszellen besser bekämpfen können.

Spannend ist nun, welche Möglichkeiten es gibt, Urolithin A aus dem Granatapfel therapeutisch zu nutzen. Die Forscher sehen zwei Wege: zum einen kann es als Nahrungsmittel eingesetzt werden. Zum anderen ist es gelungen, im Labor menschliche T-Zellen mit Urolithin A zu verjüngen, woraufhin T- Gedächtnisstammzellen hergestellt werden können.

Klinische Studien zur Therapie von Darmkrebs-Patienten stehen an.

Originalpublikation:

Denk D et al. Expansion of T memory stem cells with superior anti-tumor immunity by Urolithin A-induced mitophagy. Immunity. 2022 Nov 8; 55(11): 2059-2073.e8. Doi: 10.1016/j.immuni.2022.09.014

Quelle: idw-online / Goethe-Universität Frankfurt am Main

Der Autor: Michael Petersen, Redaktion Medizin & Wissenschaft, Redaktionswebseite: mediportal-online.eu